Doom

Sie führt die Flasche zu ihren Lippen
Vergisst Zeit, Raum und alles
was sie vor dem ersten Schluck noch plagte
Was macht‘s schon aus
Ein Gläschen mehr
Eins weniger
Wenn die Gier ruft
Nach Stille
In einem Kopf der niemals schweigt
In einer Welt
In der die Verantwortung
immer auf sie fällt
Wenn ihr keiner hilft
Ja gar keiner sie wahrnimmt
Dann spürt sie noch
Den gewohnten Kuss des Flaschenhalses
Der sie stets zuverlässig
In den Schlaf schickt
Und sie eindeckt
Eine Aufgabe, die schon lang
keiner mehr übernimmt
So unbeschwert.
Normalerweise schläft sie schlecht
Die Gedanken jagen sie noch nachts
Doch nach dem ersten Glas
Da sinkt jegliches schlechte Gefühl
in einen Schlummerschlaf
Nach dem zweiten Glas
Da zieht sich ein Lächeln auf ihre Lippen
Und nach dem dritten
Liebt sie ihren Mann

Und von Tag zu Tag
Wird‘s lustiger.

Und eines Tages steht sie auf und weiß nicht mehr was gestern war.
Was morgen ist.
Es ist ihr auch egal.
Die Kinder hat sie lange nicht gesehen.
Der Mann scheint glücklich.
Die Welt ist schön.

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